U16-Wahlen: Berliner Jugend wählt

Shownotes

In der zehnten Folge geht es anlässlich anstehender Wahlen um die Rechte und politische Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie um die Geschichte und Bedeutung der U16-Wahl. Scarlett Strehlow von der Berliner Landeskoordinierung erklärt, wie junge Menschen dabei ihre politischen Positionen entwickeln, diskutieren und sichtbar machen – von Zukunftsängsten und Wehrpflicht bis zu Social Media und fehlenden Jugendräumen. Zum Abschluss fordert sie ein echtes Recht auf Mitbestimmung und eine Politik, die die Anliegen junger Menschen nicht nur anhört, sondern auch in konkrete Entscheidungen und Maßnahmen einbezieht.

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Produktion: Koproduktion der Städte Mannheim, Köln und des Berliner Bezirks Pankow
Redaktion: Jürgen Brecht, Annika Latzer-Schulte und Renata Kutinka
Moderation: Renata Kutinka
Technik: Verena Ebel (Medienkompetenzzentrum Pankow)
Jingle und Schnitt: Dylan White

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00:00:03: Wir haben auch als Landeskompetenz-Rentum eine Auswertung der Themen und Anliegen von jungen Menschen vorgenommen.

00:00:09: Und da kam fehl das

00:00:10: Thema Zukunftsängst vor.

00:00:18: Hallo und herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen!

00:00:21: Zur zehnten Folge des Podcast Stattvisionen Jung gedacht.

00:00:26: In unserer Podcastreihe wollen wir einen Blick auf die Rechte von Kindern in unserem Land werfen.

00:00:32: Gemeinsam mit spannenden Gästinnen schauen wir, was wir in unseren Städten und Landkreisen tun können.

00:00:38: Damit Kinder und Jugendliche in einer Umgebung aufwachsen die ihre Bedürfnisse ernst nimmt und ihnen ein gutes Leben ermöglicht.

00:00:46: Mein Name ist Renata Kutinka Und ich führe euch durch diese Podcast Episode In der wir uns aus aktuellem Anlass Mit den U-Sechzehn Wahlen beschäftigen möchten.

00:00:57: Dafür sprechen wir heute mit Scarlett Strelo von der Landeskoordinierung der U-Sechzehn, U-Achzehnwahlen vom Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung.

00:01:08: Herzlich willkommen Scarlett!

00:01:10: Danke für die Einladung dass ich heute da sein darf.

00:01:13: Bevor wir tiefer einsteigen... Könnt ihr euch und eurer Arbeit vielleicht kurz in zwei Sätzen vorstellen?

00:01:19: Klar,

00:01:20: also wir sind ja vom Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung.

00:01:25: Und sind dafür da, Beteidigung junger Menschen in der Stadt Berlin sichtbar zu machen diese zu fördern und zu unterstützen.

00:01:34: Ich bin als Projektleiterin für die U-Sechzehnwahlen zuständig, also für die politische Mitbestimmung im Land Berlin.

00:01:46: Vielen Dank, das ist sehr spannend!

00:01:48: Was ihr ja auch macht, sind Informations- und Lehrmateriebereitstellen.

00:01:51: Und pädagogische Fachkräfte qualifizieren durch Workshop.

00:01:55: Ich konnte heute ein Workshop bei dir besuchen zur politischen Bildung.

00:01:58: Das war super spannend!

00:01:59: Dadurch gibt es viele Multiplikatoren in der Stadt.

00:02:02: Genau

00:02:02: das ist Teil unserer Aufgabe.

00:02:04: Wir haben großes Fachkräftennetzwerk in Berlin.

00:02:07: Wir unterstützen verschiedene Netzwerksgruppen.

00:02:10: Denn Berlin ist wie wir wahrscheinlich wissen eine sehr große Stadt.

00:02:15: Jeder Bezirk hat noch mal Koordinierung, die für die Themen von jungen Menschen verantwortlich ist.

00:02:22: Und da sind wir die überkoordinierende Stelle und gucken immer was brauchen die Bezirke?

00:02:28: Was brauchen die Fachkräfte, die direkt mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten?

00:02:33: Da sind wir auch immer daran uns selbst zu schulen um dann die Methoden, die wir lernen an die Fachkräfte weitergeben zu können.

00:02:41: Okay, noch mal einen Schritt zurück gefragt.

00:02:43: Die U-Sechzehn und U-Achzehnwahlen sind für die meisten ja ein fester Begriff aber für alle, die noch nie davon gehört haben was sind die u-sechzehnt oder u-achzehn Wahlen eigentlich genau?

00:02:53: Und was ist die grundlegende Idee dahinter?

00:02:56: Ganz einfach gesagt sind es die Wahlen für Kinder und Jugendliche.

00:03:00: Also, die Walen für die Personen, die aufgrund ihres Alters noch nicht wahlberechtigt sind.

00:03:06: in diesem Jahr darf man in Berlin ab dem Alter von sechzehn Jahren offiziell wählen wenn man eine deutsche Staatsangehörigkeit hat.

00:03:13: also finden diesen ja auch die U-sechzehntwahlen statt.

00:03:16: Und vor dreißig Jahren war's so dass sich in einem Jugendclub in Berlin Mitte ein paar junge Menschen gedacht haben.

00:03:23: Wir finden es eigentlich nicht so cool, dass wir nicht mitbestimmen dürfen wenn gewählt wird.

00:03:28: Und dann gab es eine erste symbolische Wahl die dort in diesem Jugendclub entstanden ist.

00:03:34: Im Jahr danach gab's schon eine größere Wahl und so entstand von Wahl zu Wahl ein größeres Netzwerk an Wahllokalen sodass jetzt tatsächlich ganz Deutschland mitmacht bei den U-Sechzehn und U-Achzehnwahlen und in Berlin es auch schon über zweihundertvierzig Wahll lokale gibt die in diesem Jahr an der U-Sechzehnwahl teilnehmen.

00:03:55: Man sieht also, dass auch ein Projekt von jungen Menschen immer größer werden kann.

00:03:59: Ah danke!

00:04:00: Jetzt haben wir den Ablauf verstanden?

00:04:03: Lass uns gerne mal auf die Wirkung schauen.

00:04:06: was erleben und lernen Kinder und Jugendliche aus eurer Perspektive konkret dabei?

00:04:11: Die U-Sechzehnwahl ist ja mehr als nur ein Kreuz auf einem Wahlzettel, sondern vor allem ein Beteiligungs- und politisches Bildungsprojekt.

00:04:20: Also es geht in allererster Linie darum das Kinder und Jugendliche lernen sich auch mit ihrer eigenen Meinung auseinanderzusetzen diese erstmal kennenzulernen was ist ihnen eigentlich wichtig?

00:04:31: Und warum ist ihnen das wichtig?

00:04:34: Dann im Anschluss diese Meinung öffentlich bekannt zu geben und vielleicht aber auch erst mal in einer Jugendgruppe selbst oder mit den Lehrkräften in der Klasse, mit den anderen SchülerInnen sich über die anderen Meinungen innerhalb der eigenen Gruppe auseinanderzusetzen.

00:04:51: Und mit einem Austausch von verschiedenen Positionen.

00:04:54: Warum denkt eigentlich welche Person was?

00:04:57: Darum geht es viel bei den um sechzehn Wahlen und im Anschluss natürlich wird viel darüber gesprochen, was ist eigentlich die Bedeutung von Wahlen und von Mitbestimmung auch im Zuge vom demografischen Wandel.

00:05:11: Was heißt meine Stimme jetzt hier in dieser Stadt?

00:05:14: Und welche Relevanz hat sie?

00:05:16: Es ist nämlich so, dass bei einem U-Sechzehn Wahllokal viele Fachkräfte sich im Vorfeld wirklich auch viel mit dem Thema auseinandersetzen und verschiedene Projekte dazu machen.

00:05:28: Man kann eine Wahl ohne selbst basteln und sich mit den Wahlgrundsätzen beschäftigen.

00:05:33: man kann eine eigene Partei gründen und so Themen darstellen und dann natürlich auch zum Schluss gucken, okay was eigentlich meine Meinung und wie denken die Parteien?

00:05:45: Und welche Partei stimmt mit meiner Position vielleicht am ehesten überein.

00:05:51: Es ist also eine wirklich niedrigschwellige Auseinandersetzung mit der eigenen Meinung und dann vergleichen mit den Parteitämen.

00:05:57: Bei den Wahlen der Erwachsenen dreht sich vieles ja oft um so hoch komplexe Themen wie Steuern, Renten oder Infrastruktur.

00:06:06: aber interessieren sich Dreizehn- oder vierzehnjährige überhaupt für dieselben Themen?

00:06:10: Welche Themen bringen Kinder und Jugendliche bei der U-Sechzehnwahl selbst ein?

00:06:15: Gab es in deiner Erfahrung Forderungen, bei denen ihr gedacht habt das ist ganz eindeutig ein Thema dass Erwachsene so gar nicht auf dem Schirm haben.

00:06:22: Das natürlich eine sehr spannende Frage die mir sehr oft gestellt wird.

00:06:26: Und in aller erster Linie möchte ich auch da erstmal sagen Ich bin natürlich selbst keine dreißenund vierzehnjährige Person.

00:06:32: deswegen Möchte jetzt gar nicht so unbedingt über diese Person sprechen.

00:06:37: Ich kann mir auch vorstellen, dass nicht jede dreizehn- oder vierzehnjährige Person das gleiche Thema hat was ihnen wichtig ist als die andere Personen ihrer Peer Group.

00:06:47: und um nochmal auf deine besagten Themen wie die Steuerreform zurückzukommen ich kann mir sogar vorstellen dass auch viele Erwachsene noch andere Themen haben die denen wichtig sind.

00:07:01: Wir haben als Landeskompetenz-Rentum eine Auswertung der Themen und Anliegen von jungen Menschen vorgenommen.

00:07:08: Da kam viel das Thema Zukunftsängste

00:07:10: vor.".

00:07:10: wohnen bei den älteren Jugendlichen, die jünglichen, auch die Werbpflicht.

00:07:15: Social Media und das Handyverbot also die Themen, die wirklich die Lebenswelt dieser Zielgruppe gerade betreffen.

00:07:22: Auch Jugendorte und Orte wo sie sich kostenfrei aufhalten können ist ein großes Thema.

00:07:27: Es haben viele Erwachsene nicht so offen Schirm weil es vielleicht in deren Lebenswelt grad keine Rolle spielt.

00:07:32: Ja das sind alles wichtige Themen für die Lebensrealität dieser jungen Menschen auf jeden Fall.

00:07:38: Und wie ist es dann, wenn die Wahlen vorbei sind und die Stimmen sind ausgezählt?

00:07:42: Die O-Sechzehnwahl produziert damit ja – wie du auch schon angedeutet hast ein klares politisches Meinungsbild der Berliner Jugend.

00:07:50: Was passiert denn eigentlich anschließend mit diesen Ergebnissen?

00:07:54: landen sie einfach in einer Schublade provokativ gefragt?

00:07:57: Sie landen auch in unserer Schublada bei unserem Landeskompetenzzentrum.

00:08:00: Aber vor allem werden sie veröffentlicht.

00:08:03: Und das natürlich, dass ist die große Stärke der U-Sechzehnwahlen schon eine Woche vor der offiziellen Wahl.

00:08:10: Da gibt es eine Übersicht über alle jungen Menschen, die an der Usechzehnwald teilgenommen haben und über das Ergebnis.

00:08:18: also Es gibt nochmal eine Auseinandersetzung mit diesem Ergebnis und eine große Öffentlichkeitswirksamkeit dieser Ergebnisse in den Medien.

00:08:27: Wir zum Beispiel setzen auch das Pressewahl lokal um,

00:08:30: d.h.,

00:08:30: Presse ist eingeladen bei uns vorbeizukommen Mit Kindern und Jugendlichen auch über die U-Sechzehn-Wahl zu sprechen und einmal den U-Sechzehn Wahllakt auch zu dokumentieren.

00:08:41: Und auch im Nachgang wollen wir uns angucken okay was bedeuten eigentlich diese Ergebnisse vielleicht Ein Jahr nach der Wahl, was bedeutet das Projekt?

00:08:51: Die U-Sechzehnwahl ist wirklich nicht nur die Wahl an sich sondern ein weiteres politisches Bildungsprojekt um die Meinungen von jungen Menschen sichtbar zu machen.

00:08:59: Zum Abschluss möchte ich den Blick in die Zukunft richten.

00:09:02: wenn wir eine kinderfreundliche und demokratische Stadt wirklich ernst nehmen Was müssten Erwachsene in Politik und Verwaltung künftig anders machen damit Kinder und Jugendliche nicht erst bei der nächsten u-sechzehn Wahl gefragt werden was sie von ihrer Stadt halten?

00:09:17: Vor allem ist es da meiner Meinung nach wichtig, dass bei jeder Entscheidung die Kinder und Jugendliche betreffen sollten diese auch ein Recht haben auf Mitbestimmung.

00:09:27: Das heißt man sollte sie nicht einfach nur fragen denn das wird wirklich sehr oft gemacht sondern auch die Themen, die Sie dann wirklich nennen mit in die Umsetzung nehmen.

00:09:39: Und das heißt in ein wirkliches Recht auf Mitbeschmutzung.

00:09:42: Nicht nur einen ich frage nach und dokumentiere es habe dann meinen Informationsauftrag erfüllt, sondern wirklich auch diese Themen die sie nennen umsetzen.

00:09:55: Und auch da ist es für mich ganz doll wichtig dass Politik und Verwaltung Verantwortung übernimmt auch Fachkräfte darin zu stärken.

00:10:04: so was gibt es für Möglichkeiten wie Kinder da ihre Rechte wahrnehmen können?

00:10:10: Wirklich in die Lebenswelt von den Kindern reingehen An den Jugendort, was brauchen die da in der Nähe?

00:10:18: So funktioniert vielleicht die Ampel um die Ecke nicht.

00:10:20: Brauchen sie eine neue Straßenerterne damit sich alle sicher fühlen wenn Sie nach Hause gehen.

00:10:27: das sind so Kleinigkeiten wo es irgendwie auch an den Erwachsenen liegt in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen zu gehen und sie so an Entscheidungen mit einzubeziehen.

00:10:39: Ja, das kann ich nur unterschreiben.

00:10:40: Das ist ja auch ein Grundrecht von Kindern aus der Kinderrechtskonvention Artikel zwölf sozusagen Beteiligung.

00:10:49: Das finde ich wichtig festzuhalten und auch Demokratie ist eben kein starrer Zustand sondern ein Prozess den man auch von klein auf lernen und leben muss.

00:11:00: Gibt es noch etwas, das du unseren Zuhörerinnen mitgeben möchtest?

00:11:04: Wie können Zuhöre in euch zum Beispiel erreichen oder mehr von euch erfahren.

00:11:10: Also erstmal richtig meine Stimme an die Kinder und Jugendlichen.

00:11:13: Da kann ich nur sagen eure Stimme zählt wie sie von jeder anderen Person egal ob ihr gerade ein offizielles Wahlrecht habt oder nicht.

00:11:21: Und an alle Erwachsenen Bezieht junge Menschen mit ein und tauscht euch auch mit ihnen aus.

00:11:27: Es ist halt nicht fair, dass wir als Erwachsene mehr Macht haben als Kinder- und Jugendliche aber wir können diese Macht halt auch nutzen um sie für Kinder-und Jugendliche einzusetzen.

00:11:38: Und um noch die Frage der Erreichbarkeit anzusprechen Wir sind erreichbar über unsere Website U-Sechzehn Punkt Berlin und auch über unseren Social Media Kanal.

00:11:48: das ist einmal u-sechzehnwahlunterstrich Berlin oder auch Landeskompetenzzentrum Berlin.

00:11:54: Ja, vielen Dank Scarlett für diese spannenden Einblicke in eure so wichtige Arbeit.

00:11:58: Sehr gerne!

00:11:59: Danke dass ich hier sein konnte

00:12:00: und danke auch an alle fürs Zuhören.

00:12:03: Wenn ihr mehr über die U-Sechzehnwahlen oder die Initiativen im Bezirk Panko erfahren wollt schaut unbedingt in unsere Show Notes.

00:12:10: Dort haben wir euch alle Links und Materialien verlinkt.

00:12:13: Habt ihr noch Fragen oder Wünsche für weitere Themen, die wir in unserer Reihe behandeln sollen?

00:12:18: Dann schreibt uns gerne an kinderfreundlichetba-panko.berlin.de Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert unseren Podcast und lasst uns eine Bewertung da!

00:12:31: Der Podcast ist eine Co-Produktion der Städte Mannheim, Köln.

00:12:41: Aline Freikin und Renata Kutinka, Produktion Verena Ebel vom Medienkompetenzzentrum Panko in der Trägerschaft WTEC GGBH.

00:12:50: Musik & Schnitt Dylan White Cover und Artwork Maya Luna

00:12:55: Neumann.

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